Gedanken

Den Weg finden

Den Weg finden

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Was, wenn man vom Weg abkommt?
Was, wenn man sich fragt, ob man noch in die richtige Richtung geht?
Weitergehen. Hauptsache man bleibt nicht stehen.

Mitunter kann ich mich auch schon mal in der Arbeit verlieren. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Schließlich gehe ich in meiner Arbeit auf. Tagtäglich lerne ich neue Dinge, bin ich auf der Suche nach neuen Informationen, versuche ich mir neue Werkzeuge anzulesen. Wer hätte ahnen können, dass ich meine Berufung in etwas finden würde, dass ich für lange Zeit auf Eis gelegt hatte, nur um etwas „richtiges“ zu studieren? Aber so kam es und ich habe mich in die Arbeit gestürzt. Es bestimmt meinen Alltag, wie nichts anderes.

Videospiele mag ich auch, aber dazu komme ich kaum noch. Vielleicht auch ganz gut so. Fitness kam zwischendurch noch mit dazu und gab mir einen gewissen Ausgleich zur doch sehr inaktiven Arbeit. Doch ich muss gestehen, dass ich die letzten Monate nur noch sehr sporadisch trainiert habe. Das ist schade und auch nicht besonders gut. Gerne wäre ich wieder regelmäßiger aktiv, aber die Motivation fehlt mitunter einfach.

Wie bekommt man nun seine Motivation zurück? Klar, durch technische Gadgets. Ich bin ja immer noch ein Mann (und ich will das Frauen hier bestimmt nicht absprechen) und ganz dem Klischee entsprechend hab ich mir dann jetzt einen Fitness Tracker besorgt, damit ich dann Joggen gehen kann (Erfahrungsbericht folgt vielleicht noch). Ohne Fitness Tracker geht sowas ja nicht. Man stelle sich mal vor… 🙂 Ich habe jetzt also einen Grund gefunden, mich zum Joggen zu quälen. Hervorragend. Ich habe keine Ahnung, ob ich das schaffen werde. Im Zweifelsfall, habe ich einen schicken Schrittzähler. Fitness betreibe ich ja trotzdem. Nur regelmäßiger müsste es sein. Es wäre nur schön, wenn ich mich in dem Gebiet auch endlich mal einen Schritt vorwärts bewegen würde.

Denn darum geht es ja in allen Bereichen: Vorwärts gehen, sich entwickeln.

Persönlich und beruflich habe ich mir da auch viele Gedanken gemacht. Man wird ja nun auch nicht jünger und da fängt man schon mal an über seine Zukunft nachzudenken.

Beruflich habe ich noch einiges vor. Das steht fest. Was meinen Job angeht, hatte ich schon immer den Drang, besser zu werden, Wissen in mich aufzusaugen und neue Wege zu gehen. Niemals zu sehr an bestehendem festhalten, wenn es keinen Sinn mehr macht. Neue Methoden akzeptieren und sich daran anpassen. Das ist ein sehr fordernder Prozess und nimmt viel Zeit in Anspruch. Zu schnell entwickelt sich der Markt mittlerweile, als dass man großartig innehalten könnte.

Aber kann das alles sein? Wofür macht man das alles? Wohin führt das?

Ich weiß mittlerweile, was ich will. Gut ein Jahr zuvor hätte sich das ziemlich anders angehört. Jetzt weiß ich aber, dass ich gerne die nächste Phase einläuten wollen würde. Ich will mit meiner zukünftigen Partnerin Geschichten erleben, gemeinsam die Welt erkunden, Erinnerungen und eine Familie aufbauen. Ich möchte verstanden und akzeptiert, aber auch kritisiert und gefordert werden von ihr. Ich möchte meine Denkweisen gerne auch weitergeben. Möchte ein Kind großziehen, das nachhaltig denkt, sich halbwegs gesund ernährt, regelmäßig Sport treibt, Durchhaltevermögen besitzt, gut zu anderen Menschen und kein Arschloch ist,…und so viel mehr. In 40 Jahren möchte ich darauf zurückschauen und sagen können, dass ich stets integer war, versucht habe ein guter Mensch zu sein, für Frau und Kind(er) immer der Beste war, der ich sein konnte. Ich möchte ein Zuhause schaffen, in dem sich alle wohlfühlen. Klischee? Ja, sicher. Aber ich finde dieses Klischee durchaus reizvoll. Gerade auch, weil ich weiß, dass ich ein guter Vater wäre. Darüber war ich mir immer sicher, auch wenn ich bisher nie Kinder wollte.

Denn wofür mache ich das alles ansonsten? Für mich selbst? Ja, für mich natürlich auch. Aber ich möchte es auch für meine Partnerin und mein/e Kind/er tun. Der Sache einen Sinn geben – einen vollumfänglichen Sinn geben. Nur Arbeit und nur für mich, ist mir auf Dauer nicht genug.

Aber dafür braucht es eben auch erstmal die richtige Partnerin. Ich bin aber nicht auf der Suche. Suchen führt zu keinem guten Ergebnis. Es wird sich schon ergeben. Da bin ich hoffnungsvoll. Bis dahin werde ich eben alles weiterhin nur für mich und meine Freunde tun und nicht stehenbleiben. Wäre nur schön, wenn ich nicht mehr allzu lange warten müsste.

 

Das war ein relativ persönlicher und offener Beitrag. Ich glaube aber, dass es genügend Leute da draußen gibt, die ähnlich denken. Leute, die sich in ähnlichen Situationen befinden und sich in meinem Beitrag wiedererkennen. So mancher wird sich vielleicht fragen, wieso ich sowas öffentlich schreibe. Mir hilft es Gedanken zu sortieren und ich habe ja die Hoffnung, dass ich vielleicht doch den ein oder anderen damit irgendwie erreichen kann.

Stillstand – ein kurzer Blick zurück

Stillstand – ein kurzer Blick zurück

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Vor fast einem Jahr habe ich einen kurzen Beitrag zum Thema „Stillstand“ verfasst (hier zu lesen). Nun möchte ich mich nochmals kurz diesem Thema widmen, da mir bewusst geworden ist, dass ich nicht genau beleuchtet habe, was dabei für mich das eigentliche Problem darstellt.

Ich stehe weiterhin bei meinen Aussagen. Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass ich gut verstehen kann, wenn man irgendwann mal an den Punkt kommt, an dem man nicht mehr richtig weiter weiß. Der Punkt, an dem man merkt, dass man irgendwie die letzten Jahre nicht ganz in die richtige Richtung gegangen ist und merkt, dass man sich in eine Sackgasse manövriert hat. Da versinkt man schnell in Lethargie. So viele Dinge, die man machen müsste, um das Ruder herumzureißen. Zu viel, um überhaupt anzufangen. Zu viel, um auszuwählen, womit man überhaupt anfangen soll. So fängt die Spirale dann an, sich zu drehen. Bis man letztendlich nur noch die Zeit an sich vorbeirauschen sieht – ohne Veränderung, ohne Hoffnung auf Besserung.

Wer da nicht frühzeitig den Absprung schafft, wird es mit jedem Tag schwieriger haben, die Motivation zur Veränderung zu finden.

Ja, mich ärgert es, wenn man sich im Selbstmitleid feiert, wenn man nicht an sich arbeitet, wenn man sich nicht für seinen Beruf interessiert und keinerlei Motivation dafür zeigt. Das lässt sich alles ändern, auch wenn es nicht so einfach ist.

Vielmehr ärgert mich daran aber, dass ich keinen Weg finde, die Situation zu verbessern. Ich würde es gerne sehen, wenn man den Stillstand überwindet und wieder Fahrt aufnimmt. Ich würde gerne dafür sorgen, dass neue Motivation entsteht. Motivation die dazu führt, dass einem der Beruf wieder Spaß macht und man wieder neue Dinge lernen will. Aber ich weiß nicht wie. Ich bin kein Psychologe und auch weder dazu befähigt, noch willig, Selbsthilfegruppen für „Stillstandgeplagte“ zu leiten. Ich kann nur all das geben, was ich in meinem Bereich und innerhalb meines Wissensraumes alles anzubieten habe. Und ich bin auch willig, das zu tun. Nur muss ich dann auch sehen, dass man Energie reinsteckt. Ich investiere dabei ja auch.

Zu sehen, wie etwas nicht funktioniert, obwohl man Zeit und Energie reingesteckt hat, zermürbt einen langsam aber sicher. Da fällt es mir dann auch irgendwann schwer, die Motivation noch aufzubringen, jemandem zu helfen. Wenn sich dann noch Zynismus einschleicht, wird es gefährlich. Aber der bleibt ja glücklicherweise noch aus.

Deshalb muss ich hier nochmals ergänzend klarstellen: Nicht der Stillstand der Personen ärgert mich so sehr. Vielmehr ärgert es mich, dass ich keine Lösung dafür habe, wie ich diesen Zustand ändern kann. Mag sein, dass das auch nicht meine Aufgabe ist. Aber es wäre schön, wenn ich zumindest etwas positiven Einfluss nehmen könnte.

Der Beitrag bezieht sich auf „Stillstand“ vom 16. August 2016.

Masterpass – Ein Trauerspiel an User Experience

Masterpass – Ein Trauerspiel an User Experience

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Oh Masterpass…so gerne würde ich dich ausprobieren, aber du lässt mich nicht. Als du noch ganz jung warst, wollte ich mich dir schon anvertrauen, aber du wolltest mich nicht hereinlassen. Ich weiß nicht mehr den Grund, aber ich weiß, dass es nicht nachvollziehbar war für mich.

Viele Monate später wollte ich es nochmals mit dir versuchen und dann das Grauen: ich sollte eine Sicherheitsfrage beantworten. Nach all dieser Zeit wusste ich nur leider nicht mehr so wirklich, was ich darauf ursprünglich geantwortet hatte. Aber ich hatte da so Ideen. Doch irgendwie lag ich falsch. Dann fiel mir aber auf, dass es noch eine Verifizierung per Telefon gab. Aber die wolltest du nicht mehr zulassen. Stattdessen hast du meinen Account blockiert – zeitlich beschränkt, aber dennoch äußerst nervig. Ich konnte also vorerst nichts mehr machen. Daraufhin habe ich mich dir wieder abgewandt.

Heute, wieder viele Monate später, gebe ich dir noch eine Chance. Ein Angebot lockt mich und deshalb überwinde ich mich, nochmals den Login zu versuchen. Ah, die Sicherheitsfrage. Die hatte ich vergessen. Aber nein, wie aus heiterem Himmel habe ich die Antwort dafür und kann mich einloggen. Das Paradies in greifbarer Nähe. Nur noch wenige Schritte und ich kann dem Kapitalismus noch einfacher frönen.

Hmmm…meine Adresse ist falsch. Es handelt sich noch um meine alte, denn zwischenzeitlich war ich ja umgezogen. Ich ändere sie. Funktioniert. Bei all den Ladesymbolen zwischen jedem Schritt wird mir immer schon flau im Magen, da ich nicht weiß, ob das Ladesymbol auch wieder verschwindet und der Vorgang erfolgreich abgeschlossen werden kann. Aber dieses Mal hat’s geklappt.

Kein Zahlungsmittel hinterlegt? Dem kann ich Abhilfe schaffen. Schnell die Kreditkarte gezückt, die Daten eingetragen und…nichts. Oh nein, mein Javascriptblocker funkt dazwischen. Ohne Javascript gibt es natürlich keine Möglichkeit weiterzumachen, da ihr wie so viele andere auch, auf solche Rückfalloptionen verzichtet, weil euch das egal ist. Gut, ich will mal nicht so sein. Ich gebe temporär einfach mal global alle Skripte frei – nur um sicherzugehen – und versuche die Karte wieder hinzuzufügen.

Super, das System hat sich natürlich nichts gemerkt. Wieso auch? Darf ich die Daten eben wieder alle neu eintragen. Macht doch Spaß. So, jetzt aber los. Oha… wohl doch nicht. Es muss überprüft werden, ob ich auch wirklich ich bin. Gut, viel Spaß dabei. „Verified by Visa“…ok, dann verified mal.

Tja, was soll ich sagen. Da passierte dann gar nichts mehr. Ich hab mit meiner Kreditkarte ansonsten keine Probleme. Ich weiß ja nicht mal, ob Masterpass jetzt ein Problem mit der Karte hatte oder ob es irgendwo anders ein Problem gab. Es ist auf jeden Fall nicht passiert. Hätte ich das Browsertab nicht geschlossen, würde die Verifizierung noch heute rotieren.

Was ich hier noch ausgelassen habe ist, dass ich mich mit Chrome gar nicht anmelden konnte, da sich das Anmeldefenster immer wieder von selbst geschlossen hat. Wieso? Mir vollkommen unverständlich. Ich tippe auf eine Sicherheitsmaßnahme, weil Lastpass lief. Ich habe daraufhin alles im Firefox versucht. Interessant auch, dass ich mich unzählige Male neu einloggen musste während der ganzen Versuche (ich hab das etwas gekürzt. Da waren noch weitere Varianten dabei.). Selbst wenn ich das Browsertab mal für zwei Minuten verlassen hatte, war ich plötzlich wieder ausgeloggt.

Masterpass, ich verstehe, dass du irgendwie sicher sein willst. Aber trage doch dein Sicherheitsbedürfnis nicht auf dem Rücken des Kunden aus. Sowohl die gesamte Oberfläche, als auch der Login-Prozess und die ganze Sicherheitshandhabung sind absolut jämmerlich. Hier wäre es wirklich toll gewesen, wenn du einfach mal ein paar Euro für einen guten UX-Designer in die Hand genommen hättest. Ich will dir ja eine Chance geben, und habe das oft genug getan, aber du willst mich einfach nicht. Das tut mir schon ganz leicht in der Seele weh.

Soul-searching

Soul-searching

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Manchmal bedarf es einfach einer kleinen Auszeit, damit man sich endlich mal die Zeit nimmt, über ein paar Sachen nachzudenken, über die man schon lange hätte nachdenken sollen.

So sitze ich also hier in einer Hotelbar auf Zypern, gerade noch draußen den Sonnenuntergang am Meer betrachtend, und denke darüber nach, wo ich im Moment im Leben bin und wo ich hingehen will.

Ich bin jemand, der sich ständig weiterentwickeln will. Mir werden Sachen relativ schnell langweilig und so suche ich eben immer nach neuen Anreizen, die mich im Leben weiterbringen. Frustriert davon, dass ich auf der Arbeit nicht das Gefühl habe, dass wir uns schnell genug weiterentwickeln und dass es immer noch an Motivation im Team fehlt, stelle ich mir die Frage, wo ich hin will. Bin ich wirklich so gut, wie manche meinen, dass ich bin? Bin ich nicht doch nur eine Art Hochstapler, der bisher das Glück hatte, nicht aufzufallen. Manchmal bin ich mir nicht so sicher. Ich weiß nur, dass ich noch weit von dem Wissensstand entfernt bin, den ich mir wünschen würde und noch unheimlich viel lernen will und muss.

Die Frage ist nur, in welche Richtung will ich mich weiterentwickeln?

Gehe ich meinen aktuellen Pfad weiter? Oder versuche ich einen neuen (wenn auch nicht ganz neuen) Pfad einzuschlagen? Kann ich das überhaupt? Wie sieht das mein Arbeitgeber?

Sollte ich mich dafür entscheiden, würde dies auch einen erheblichen Aufwand von meiner Seite bedeuten. Rhetorik- und Präsentationstechnik-Seminare, Sprachkurs (um noch deutlich sicherer im gesprochenen Englisch zu werden) und natürlich der Aufwand, um die neue Spezialisierung auch auszubauen.


Mittlerweile ist ein Tag vergangen. Ich sitze nun nicht mehr in der Hotelbar, sondern im Hotelzimmer auf dem Bett, das Macbook auf dem Schoß. Im Hintergrund läuft Lazerhawk – A Promise. Das erinnert mich an Urbanität, Hochhäuser bei Nacht, auf dem Highway durch die Großstadt. So wie in Tokyo. Szenen aus „Drive“ kommen mir in den Sinn. Es bringt mir eine gewisse Ruhe. Ruhe, die mich nachdenklich und melancholisch werden lässt.

Dieser Aufwand bedeutet, dass ich viel Zeit investieren muss. Gestern und heute habe ich gemerkt, wie langweilig es doch ist, wenn man alleine unterwegs ist, da mein Kollege beschäftigt war. Ich musste also alleine los, um etwas Sightseeing zu betreiben. Da fängt man darüber nachzudenken, wie das in Zukunft aussehen soll. Und wie passt das mit der neuen Route und dem damit verbundenen zeitlichen Aufwand zusammen?

Ich bin eigentlich nicht bereit, Abstriche in der Qualität meiner Arbeit zu machen. Ich merke sofort, wenn ich diese vernachlässige und fühle mich dann schuldig, dass ich nicht die volle Leistung erbracht habe. Ich habe dann das Gefühl, meinem Team und meinen Kollegen nicht gerecht zu werden, zumal ich auch hohe Ansprüche an sie habe. Wenn ich nun nicht den hohen Ansprüchen gerecht werden kann, wie kann ich dann eben genau dieses von ihnen verlangen? Ich muss mit gutem Beispiel vorangehen. Muss ihnen zeigen, dass man viel Arbeit in seinen Beruf stecken muss, wenn man es zu etwas bringen will.

Aber ich werde nicht umhin kommen, eben genau da Abstriche machen zu müssen, wenn ich in Zukunft nicht weiterhin alleine das Leben bestreiten will. Freunde habe ich natürlich. Aber da werden dann auch die Kinder irgendwann dazukommen und dann wird es auch für mich schwieriger werden, diese zu treffen und mit ihnen etwas zu unternehmen. Da wäre es schon schön eine Partnerin an der Seite zu haben, die einem den Rücken stärkt, verständnisvoll ist und mit der man einfach gerne Zeit verbringt und die gemeinsame Geschichte schreiben kann.

Wie schafft man das? Ich weiß es noch nicht. Ehrgeiz ist mein Damoklesschwert und wird mir zum Verhängnis werden, wenn ich diesen nicht etwas drosseln kann, um mich auch noch anderen Bereichen meiner Zukunft zu widmen.

Zumindest kann ich aktuell auf einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont blicken. Wer weiß schon, was die Zukunft bringen wird. Heute und morgen wird mir Zypern noch reichen müssen. Dann muss ich zurück in die Realität.