Die richtigen Fragen im Web Design stellen

Die richtigen Fragen im Web Design stellen

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Responsives Web Design ist mittlerweile auch schon für die meisten Unternehmen ein Begriff und fragen aus eigenem Interesse nach der Notwendigkeit einer solchen oder nach den Möglichkeiten, bestehende und neue Webseiten entsprechend aufzubauen. Ich würde behaupten, dass dieses Interesse eigentlich schon gut 2 Jahre zu spät kommt, aber da ein Großteil der Unternehmen auch erst jetzt langsam auf den Zug aufspringen, sind sie in ihrem Unterfangen wenigstens nicht alleine.

Letztlich steht die Frage nach einer responsiven Homepage eigentlich nur noch für ein paar ganz wenige Projekte zur Debatte, da man davon ausgehen kann, dass die Nutzung des mobilen Internets weiterhin erheblich zunehmen wird. Schon jetzt nutzen rund 51% der deutschen das mobile Internet. Bei den 16- bis 24-jährigen liegt der Anteil sogar schon bei 81 Prozent (Quelle: M-Commerce). Aus diesem Grund empfinde ich die Diskussion über eine Webseite für mobile Nutzer nur noch als technisches Detail, um zu erörtern, ob es nun eine responsive, adaptive oder spezielle mobile Homepage sein soll. Darüber sollte nicht mehr großartig Zeit verschwendet werden.

Der Fokus muss darauf gelegt werden, welche Inhalte zu welchem Zeitpunkt auf welchem Gerät und unter welchen Umgebungsbedingungen welcher Zielgruppe präsentiert werden sollen. Langer Satz und viel zu kompliziert. Also nochmal als kurze Auflistung und etwas detaillierter:

Die Zielgruppe:

 

  • Wie sieht meine Zielgruppe aus? Wen will ich mit meiner Webseite ansprechen? Und bitte, bitte nicht versuchen, es jedem recht zu machen. Wer das versucht, kann in der Regel direkt wieder einpacken und eine neue Seite bauen lassen. Eine Webseite sollte die Leute ansprechen für die das Produkt gedacht ist und das können unmöglich alle sein.
  • Davon abhängig ist dann auch das Design und welche Medien mit eingesetzt werden können. Wollen wir Videos präsentieren? Soll die Seite interaktiv sein? Wie sieht die Menüführung aus?

 

Wann, Wo und Wie präsentiere ich welche Inhalte?:

 

  • Welche Inhalte wollen Besucher der Webseite sehen?
  • Wo befinden sich die Besucher der Webseite, wenn sie auf der Homepage surfen? Stehen sie wartend an der Bushaltestelle? Sitzen sie gemütlich im Café um die Ecke oder zu Hause auf der Couch?
  • Mit welchem Gerät besuchen sie die Webseite? Stehen sie im Ladengeschäft und wollen die aktuellen Informationen über ein Produkt über ihr Smartphone abrufen? Oder werden die Informationen in aller Ruhe zu Hause über das Tablet gelesen?

 

Das sind heutzutage die essenziellen Fragen. Wir müssen anfangen uns gezielt darüber Gedanken zu machen, welche Informationen unter gegebenen Umgebungsvariablen praktisch und ansprechend abrufbar sein müssen. Zu Hause am PC mit der Breitbandleitung ist ein Vollbildvideo ja noch schön anzusehen. Unterwegs interessiert mich aber doch eher, wie ich schnell an die Informationen komme, die ich benötige. Wenn ich dafür erst minutenlang warten muss bis die Homepage endlich fertiggeladen hat, dann suche ich mir eine andere Webseite, die mir diese Infos schneller liefert und werde auch in Zukunft eher auf die andere Seite zurückgreifen.

Aber auch die Art der Inhalt sollte angepasst werden. Während ich auf der Couch in aller Ruhe durchaus gewillt bin, mir zusätzliche Artikel durchzulesen, die mir im Seitenbalken vorgeschlagen werden, würden mich diese doch eher nerven, wenn sie mir wertvollen Platz auf dem Smartphone-Bildschirm rauben, obwohl ich mir nur einen bestimmten Artikel durchlesen will. Selbstverständlich will man als Webseitenbetreiber trotzdem ebenfalls die anderen Artikel an die Leserschaft verteilen. Hier gilt es aber andere Wege als die plakative Anpreisung zu finden, Leser dazu zu animieren, vorgeschlagene Artikel zu lesen. Auch wenn diese vielleicht zum gegebenen Zeitpunkt gar kein Interesse daran haben. Beispielsweise sollte es eine Möglichkeit geben, sich solche Artikel auf einfache Art und Weise zu merken, damit man zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückgreifen kann.

Was will ich also mit meinem Artikel sagen? Mir geht es darum, dass Web Designer anfangen müssen gezielter über Inhalte und deren Darstellung unter verschiedensten Umständen nachzudenken und weniger darüber, ob nun responsiv oder nicht und mit welchen Mitteln. Die Frage stellt sich nicht mehr. Jetzt müssen wir es nur noch schaffen, Unternehmen eben dieses Verständnis zu vermitteln. Dann können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: die Inhalte.