Stillstand – ein kurzer Blick zurück

Stillstand – ein kurzer Blick zurück

Geschätzte Lesedauer: 2 Minuten

Vor fast einem Jahr habe ich einen kurzen Beitrag zum Thema „Stillstand“ verfasst (hier zu lesen). Nun möchte ich mich nochmals kurz diesem Thema widmen, da mir bewusst geworden ist, dass ich nicht genau beleuchtet habe, was dabei für mich das eigentliche Problem darstellt.

Ich stehe weiterhin bei meinen Aussagen. Allerdings muss ich noch hinzufügen, dass ich gut verstehen kann, wenn man irgendwann mal an den Punkt kommt, an dem man nicht mehr richtig weiter weiß. Der Punkt, an dem man merkt, dass man irgendwie die letzten Jahre nicht ganz in die richtige Richtung gegangen ist und merkt, dass man sich in eine Sackgasse manövriert hat. Da versinkt man schnell in Lethargie. So viele Dinge, die man machen müsste, um das Ruder herumzureißen. Zu viel, um überhaupt anzufangen. Zu viel, um auszuwählen, womit man überhaupt anfangen soll. So fängt die Spirale dann an, sich zu drehen. Bis man letztendlich nur noch die Zeit an sich vorbeirauschen sieht – ohne Veränderung, ohne Hoffnung auf Besserung.

Wer da nicht frühzeitig den Absprung schafft, wird es mit jedem Tag schwieriger haben, die Motivation zur Veränderung zu finden.

Ja, mich ärgert es, wenn man sich im Selbstmitleid feiert, wenn man nicht an sich arbeitet, wenn man sich nicht für seinen Beruf interessiert und keinerlei Motivation dafür zeigt. Das lässt sich alles ändern, auch wenn es nicht so einfach ist.

Vielmehr ärgert mich daran aber, dass ich keinen Weg finde, die Situation zu verbessern. Ich würde es gerne sehen, wenn man den Stillstand überwindet und wieder Fahrt aufnimmt. Ich würde gerne dafür sorgen, dass neue Motivation entsteht. Motivation die dazu führt, dass einem der Beruf wieder Spaß macht und man wieder neue Dinge lernen will. Aber ich weiß nicht wie. Ich bin kein Psychologe und auch weder dazu befähigt, noch willig, Selbsthilfegruppen für „Stillstandgeplagte“ zu leiten. Ich kann nur all das geben, was ich in meinem Bereich und innerhalb meines Wissensraumes alles anzubieten habe. Und ich bin auch willig, das zu tun. Nur muss ich dann auch sehen, dass man Energie reinsteckt. Ich investiere dabei ja auch.

Zu sehen, wie etwas nicht funktioniert, obwohl man Zeit und Energie reingesteckt hat, zermürbt einen langsam aber sicher. Da fällt es mir dann auch irgendwann schwer, die Motivation noch aufzubringen, jemandem zu helfen. Wenn sich dann noch Zynismus einschleicht, wird es gefährlich. Aber der bleibt ja glücklicherweise noch aus.

Deshalb muss ich hier nochmals ergänzend klarstellen: Nicht der Stillstand der Personen ärgert mich so sehr. Vielmehr ärgert es mich, dass ich keine Lösung dafür habe, wie ich diesen Zustand ändern kann. Mag sein, dass das auch nicht meine Aufgabe ist. Aber es wäre schön, wenn ich zumindest etwas positiven Einfluss nehmen könnte.

Der Beitrag bezieht sich auf „Stillstand“ vom 16. August 2016.