Weiterbildung

Was ist „Material Design“ von Google und was gibt es zu beachten?

Was ist „Material Design“ von Google und was gibt es zu beachten?

Geschätzte Lesedauer: 3 Minuten

Material Design“ ist die neuste Designrichtlinie von Google, die vor allem mit dem neuen Android-Betriebssystem und Google Glass  bzw. der Smartwatch Einzug erhalten wird. Entsprechendes gibt es selbstverständlich auch von Apple für das neue iOS 7. Das sollte eigentlich schon als Erklärung dazu ausreichen. Ist halt eine Designrichtlinie. Doch fällt mir auf, dass oftmals missverstanden wird, wobei es sich bei dieser als auch bei Apple’s Designrichtlinie eigentlich handelt. Ich will hier auch gar nicht auf Details der Richtlinie eingehen, sondern vielmehr darauf, wie man mit einer Designrichtlinie umgehen sollte.

Design hat nichts mit der Optik zu tun

Ganz wichtig für mich ist das Verständnis für die beiden Designrichtlinien. Diese haben nämlich entgegen der Auffassung vieler, bis auf ganz wenige Ausnahmen nichts mit der tatsächlichen Optik einer Homepage oder App zu tun. Natürlich transportieren sowohl Google als auch Apple ihr eigenes Design in der Darstellung ihrer Beispiele. Dadurch entsteht oft der Eindruck, dass ab sofort alles nur noch so aussehen soll, als käme es direkt aus den Laboren dieser Unternehmen. Sicherlich etwas, das für beide sehr zu begrüßen wäre. Wenn aber alles nur noch einer Standard-Oberfläche entspricht, erreicht man damit, dass der normale Benutzer von Apps oder Besucher von Webseiten nur noch diese Oberflächen problemlos bedienen können und dadurch auch nur noch diese als gut empfinden. Für die Internetlandschaft würde das eine sehr traurige Zukunft bedeuten, da man dann nur noch gleich aussehende Webseiten und Apps vorgelegt bekommen und sich dadurch letzlich in die totale Abhängigkeit von Apple oder Google begeben würde. Beide arbeiten ja auch extrem daran, genau das zu verwirklichen.

Sowohl Google als auch Apple versuchen mit ihren Richtlinien, Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung in ganz konkrete „Best Practices“ zu packen, um die Interaktion von Person und Webseite bzw. App zu verbessern. Es werden unterschiedlichste Beispiele angeführt, die zeigen sollen ,wie man es bestenfalls machen sollte und was vielleicht nicht so optimal ist. Zum besseren Verständnis werden auch Bilder verwendet, die teilweise auch schon etwas detaillierter sind. Man darf aber nicht dem Trugschluss erliegen, dass es sich dabei auch um „Best Practices“ für die Optik handelt. Es handelt sich hierbei um Interaktionsdesign und nicht um Grafikdesign.

Es werden beim „Material Design“ beispielsweise auch Angaben dazu gemacht, wie unterschiedliche Buttons dargestellt werden sollten (nur Schrift, mit Umrandung, Vollfarbe). Aber auch dabei handelt es sich nur um die Form der Buttons und nicht um die letztendliche Optik. Deshalb ganz wichtig: Die Elemente sollen sich an den Designrichtlinien orientieren, dürfen aber in der Optik natürlich auch ganz anders aussehen.

Als Richtlinie gut, aber nicht der Weisheit letzter Schluss

Generell finde ich solche Designrichtlinien sehr interessant und sind eine gute Quelle für Denkanstöße. Doch allzu oft verfallen Designer dem Wahn, dass diese Richtlinien in Stein gemeiselt und die einzig wahre Wahrheit darstellen. Ich schaue da speziell auf die Apple-Anhänger, die wohl die ganze Welt gerne im Appledesign sehen würden. Scheinbar ist die Gefahr, die davon ausgeht, nicht allen klar.

Obwohl Apple und auch Google natürlich sehr viel Zeit und Geld in die Entwicklung besseren Interaktionsdesigns investieren, darf man nie dabei vergessen, dass es sich bei beiden Unternehmen nicht um Wohlfahrtsgesellschaften handelt, sondern um knallhart kalkulierende Unternehmen. Selbstverständlich vertritt Apple seine Designrichtlinie und finde dafür auch sehr gute Erklärungen. Schließlich werden diese Richtlinien ja auch im neuen iOS umgesetzt. Apple kann sich kaum eingestehen, dass bestimmte Punkte vielleicht doch gar nicht so stimmen, wie sie vielleicht behaupten. Damit würden sie ihr eigenes Produkt diskreditieren. In einem Jahr wird man von Apple aber vielleicht schon wieder ganz andere Töne zu bestimmten Designkriterien hören. Man denke da nur an das jetzt umstrittene „Hamburger“-Menüsymbol, da auch in iOS große Anwendung fand.

Im Gegenzug dazu verwendet Google übrigens immer noch das Hamburger Menüsymbol in seiner Designrichtlinie. Auch in anderen Punkten widerspricht die Designrichtlinie von Google der von Apple. So ganz klar scheinen einige Themen wohl doch noch nicht zu sein. Dennoch sieht es bei Google nicht anders als bei Apple aus.

Wird bei Google immer noch verwendet: Das Hamburger Menü (die drei horizontalen Striche links oben, hinter denen sich ein ausklappbares Menü versteckt)

Wird bei Google immer noch verwendet: Das Hamburger Menü (die drei horizontalen Striche links oben, hinter denen sich ein ausklappbares Menü versteckt)

Bitte kein Tunnelblick

Die Designrichtlinien der großen Player beinhalten sicherlich viele Punkte, die man sich zu Herzen nehmen sollte. Sie sollten aber auf keinen Fall dazu führen, dass man sich nur noch auf vordefinierten Schienen fortbewegt. Es wäre traurig, wenn die Designlandschaft im Netz irgendwann nur noch Apple und Google huldigt und nicht mehr den Mut aufbringt, die eigenen Ideen umzusetzen.

Wie verliert man nicht den Anschluss im Web Design oder anderen Fachgebieten?

Wie verliert man nicht den Anschluss im Web Design oder anderen Fachgebieten?

Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Web Design / Web Development ist ein Gebiet, das sich unheimlich schnell weiterentwickelt.  Ich glaube, es gibt kaum etwas anderes, bei dem man so schnell den Anschluss verlieren kann, wenn man nicht aufpasst. Ständig gibt es Veränderungen und Neuerungen – mitunter kann man sich im Wochentakt neue Methoden aneignen, die gerade mal eine Woche alte schon wieder ersetzen. Alle hier aufgeführten Methoden und Tools lassen sich aber auch auf viele andere Gebiete anwenden.

 

Wie bleibt man also am Ball, ohne in der Flut an Informationen unterzugehen? Wie soll man neben der eigentlichen Arbeit noch Zeit finden, sich um aktuelle Entwicklungen zu kümmern? Eins schon mal vorweg: Die Zeit muss man sich einfach nehmen. Auch während oder gerade während der Arbeitszeit, muss es möglich sein, sich aktuelle Neuigkeiten durchzulesen und neue Fähigkeiten anzueignen. Es kann ja nur im Sinne des Chefs sein, dass die Mitarbeiter auch zukünftig konkurrenzfähig bleiben. Darüber hinaus benötigt man dann auch keine teuren Workshops für die Angestellten, die auch nur das lehren, was man sich gut auch selbst hätte aneignen können.

 

Grundsätzlich gehört aber erstmal die richtige Einstellung zum Job dazu. Wer sich nicht für seinen Job interessiert und nicht besser werden will, wird kaum Interesse daran haben, sich täglich durch unzählige Webseiten durchzuklicken, um sich weiterzubilden. Es ist aber unbedingt notwendig, die Energie aufzubringen, sich fortzubilden und alles in sich aufzusaugen, was in der Welt des Web Designs passiert. Dazu gehören sowohl neue CSS- oder Programmiertechniken, als auch neuste Entwicklungen auf dem Handy und Tabletmarkt.

 

Jeden Morgen scanne ich erstmal standardmäßig 14 Homepages, die mich insgesamt in allen Bereichen auf den aktuellen Stand bringen. Sehe ich dabei noch eine interessante neue Technik für HTML und / oder CSS, dann schaue ich mir das genauer an und speichere mir die Seite ggf. dann auch noch ab, damit ich später wieder darauf zurückgreifen kann. Ich habe zu diesem Zeitpunkt diese neue Technik noch nicht gelernt, weiß aber ungefähr wie sie funktioniert und anzuwenden ist und kann diese Information dann abrufen, wenn ich sie für ein Projekt benötige. Dann kann ich mir die Seite wieder aufrufen und mir alles nochmals im Detail anschauen. Wichtig ist erstmal, dass ich weiß, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, auch wenn ich sie noch nicht aktuell einsetzen kann.

 

In etwas unregelmäßigeren Abständen werfe ich dann noch meinen RSS-Reader an, um ca. 100 Newsweeks zu scannen. Das kann schon etwas Zeit in Anspruch nehmen, deshalb mache ich das seltener. Für den allmorgendlichen Scan der 14 Webseiten benötige ich ca. 10 bis 30 Minuten, je nachdem wie viele Artikel so interessant waren, dass ich sie mir komplett durchgelesen habe. Der zeitliche Aufwand hält sich also in Grenzen. Wenn man das nun kontinuierlich jeden Tag macht, entwickelt sich dadurch eine Gewohnheit, die einen dann auch sehr viel weniger Anstrengung kostet als am Anfang, wenn man sich vielleicht noch dazu zwingen muss. Die Sache mit der Gewohnheit werde ich auch noch in einem weiteren Artikel etwas genauer beleuchten.

 

Auf diese Art und Weise weiß ich also so gut wie immer, was derzeit aktuell auf dem Markt passiert. Würde ich das nicht machen, käme ich sehr schnell ins Hintertreffen und müsste mir sehr mühsam eine große Menge an neuen Techniken aneignen. Und dann es mittlerweile zu meinem täglichen Ablauf gehört, stört es mich auch keineswegs, die Zeit dafür aufzubringen.

 

Das ganze lässt sich vereinfachen, wenn man die richtigen Tools einsetzt und diese auch sinnvoll nutzt. Als erstes sollte man sich eine kleine Extension in seinen Browser laden, der einem mit einem Klick alle notwendigen Seiten auf einmal öffnet. Ich benutze auf Chrome dafür „Daily Links„. Für Firefox gibt es das Addon „Morning Coffee„. Beide ausgesprochen simpel in der Bedienung. Mit Hilfe dieser Tools kann man sich die Seiten, die man sowieso jeden Tag aufrufen will abspeichern und mit einem Klick wieder öffnen.

 

Als nächstes lohnt es sich Dienste wie Pocket, Instapaper oder Readability zu nutzen, um sich Webseiten mit Stichworten versehen merken zu können. So kann man sich mit der Zeit eine stattliche Datenbank an Artikeln anlegen, die über die Stichwort dann auch noch einfach zu filtern sind, damit man die notwendigen Artikel auch wieder finden kann. Welchen Dienst man dabei nutzt, bleibt der persönlichen Präferenz überlassen. Die Grundfunktionen decken all diese Dienste ab. Da man die Funktionen auch auf mobilen Geräten mit den entsprechenden Apps abrufen kann, wird mit Sicherheit auch die Verfügbarkeit einer guten App auf dem eigenen Handy und Tablet ausschlaggebend sein.

 

Als letztes sollte man sich dann noch einen RSS-Reader zum Abruf von RSS Feeds zulegen. Die gibt es als Webdienste und Apps für Browser und Handys und sind beispielsweise auch in E-Mail-Programme, wie Outlook integriert. Die Auswahl ist riesig. Man wird nicht daran vorbeikommen, sich einfach ein paar anzuschauen und dann die App auszuwählen, die einem am meisten zusagt. Ich persönlich benutze schon seit Jahren feedly als Web-App und auch auf dem iPad und bin damit sehr zufrieden, weil es sehr schlicht und übersichtlich aussieht. Darüber hinaus bietet feedly auch noch die Möglichkeit, themenbezogen neue Feeds zu suchen und direkt abzuspeichern.

 

Alles schön und gut, aber wo bekommt man nun die entsprechenden Webseiten her? Da wird man anfangs etwas Zeit investieren müssen, bis man die Homepages zusammen hat, die einem die Infos liefern, die notwendig für einen sind. Als kleinen Startpunkt gebe ich euch hier mal ein paar Links mit.

 

Von dort aus, kann man sich zu anderen Seiten durchklicken. Mit der Zeit kann man sich so eine recht ansehnliche Ansammlung an informativen Homepages zusammenstellen.

 

Ein weiteres sehr schönes Tool ist Prismatic, wenn man noch keine genauen Quellen hat und sich zu unterschiedlichen Themen Neuigkeiten anzeigen lassen will. Ich benutze Prismatic auch erst seit kurzer Zeit, bin aber schon sehr begeistert, vor allem von der neuen Oberfläche, die man derzeit testen kann. Die ist der alten Oberfläche in allen Belangen überlegen.

 

Wer all diese Tools nicht nutzen will, sollte sich zumindest die Mühe machen, alle wichtigen Seiten als Bookmarks im Browser abzuspeichern. Dabei sollte man aber von Anfang an darauf achten, dass man entsprechende sinnvolle Ordnerstrukturen anlegt, da man ansonsten später gar nichts mehr findet. Bookmarks werden schneller unübersichtlich als man manchmal denkt.

 

Das ist meiner Meinung nach das mindeste, was man machen sollte, um in diesem Geschäft nicht unterzugehen. Sicherlich gilt diese Methode nicht nur für Web Design, sondern ist grundsätzlich auf alle Gebiete anwendbar. Ich denke aber, dass man aufgrund der Schnelllebigkeit des Web Designs, gerade hier durch diese Vorgehensweise  für ein andauerndes Lernen sorgen sollte.

 

Insgesamt gilt, dass man nie seine eigene Beta-Phase verlassen sollte. Dazu aber dann mehr in einem meiner nächsten Artikel.